Beziehung und Kommunikation

Beziehung ist responsiv – 5 Dinge, die du über deine Partnerschaft vermutlich nicht wusstest

Wenn es ein Problem in deiner Partnerschaft gibt, wer hat es dann?
Oder noch besser: Bringt es etwas, mich zu ändern, damit die Beziehung wieder glücklicher wird?

Wie schön wäre es, wenn ich allein dafür sorgen könnte, dass meine Partnerschaft gelingt. Man kann es auch den „Silver Bullet“ nennen. Die eine Sache, die ich tun muss, damit alles funktioniert, was ich mir von meinem Liebesleben wünsche.
Wenn ich bei Pinterest nach dem Begriff „Partnerschaft“ oder „Liebe“ suche, springen mir allerhand Ergebnisse entgegen, die mir versprechen, dass ich nur auf diese 5 Sachen achten muss, und dann gibt es leidenschaftlichen Sex, ganz viel Vertrautheit und Zuneigung mit meinem Partner.

Yeah.
Richtig gut.

Aber kann das funktionieren? Vermutlich nicht. Und manchmal auch doch.

Wie bitte?

Um das zu erklären, müssen wir noch einmal schauen, was eine Beziehung eigentlich ist.
Im Artikel Beziehungsirrtümer: „Frieden ist, wenn alle gleich sind.“ habe ich schon einmal den Begriff ZIMZUM eingeführt.
Wenn ich eine Beziehung eingehe, spanne ich einen Raum zwischen mir und meinem Partner. Wo zunächst nur ich da war, sind nun zwei. Dieser Raum, der zwischen uns entstanden ist, beinhaltet viele Eigenschaften. Er ist dynamisch, exklusiv und heilig. Und responsiv.
Das bedeutet, er ist empfänglich.
Alles, was ich hineingebe, breitet sich in diesem Raum aus. Ich präge die Atmosphäre und die Struktur des ganzen.
Aber responsiv bedeutet auch: antwortend. Der Raum, meine Beziehung wird mir antworten. Auf alles was ich tue und sage.
Nichts bleibt ohne Folgen.
Nichts verpufft im Nichts.
Actio und Reactio.

Und das betrifft mich und meinen Partner. Mit den Folgen des eigenen Handelns mussten ich und mein Partner sich bisher ganz allein auseinandersetzen, jeder für sich. Das hat in einer Liebesbeziehung sofort ein Ende.

Das kann sich durchaus subtil gestalten.

Wenn es mir nicht gut geht, kann ich das noch so sehr versuchen, das mit mir selbst auszumachen. Mit traumwandlerischer Sicherheit spricht mich meine Frau darauf an, was mit mir los sei.

Danach kann ich die Uhr stellen.

Wachstum

Das führt mich zum ersten wichtigen Punkt:

Eure Beziehung kann nur so gesund sein, wie ihr am wenigsten gesunder Part.

Das klingt vielleicht bedrohlich. Aber es ist unumgänglich, weil wir stets unser gesamtes Selbst in eine Beziehung einbringen. Aber es ist auch eine Chance.

Denn alles, was wir hineingeben in diesen Raum wird wachsen. Das Negative wie das Positive.

Hattet ihr schon einmal einen riesigen Streit und als ihr später darüber geredet habt, kam raus, dass alles mit einer Kleinigkeit begann?

Gibt es Momente mit eurem Partner, kleine Augenblicke, die euch schon seit Jahren tragen? Die euch Kraft geben und euch immer wieder ein Lächeln auf euer Gesicht zaubern?

Zwischen euch ist ein energetischer Fluss, hin und her, und alles, was ihr in diesen Raum hineingebt, entwickelt Dynamik und Wachstum.

Jede Erschütterung in diesem Fluss, birgt die Chance, dich ganz persönlich voran zu bringen.

Denn Dinge, die du vor dir selbst unendlich lang leugnen könntest, kannst du in deiner Partnerschaft nicht ewig unter den Teppich kehren. Jede Krise in deiner Partnerschaft lädt dich ein, wieder gut zu dir selbst zu sein und hin zuschauen, wo dich etwas innerlich verletzt.

Beziehung ist wie Wippe
Beziehung ist wie Wippe

Doch das bedeutet auch, dass in einer Partnerschaft nie nur ein Problem auf einer Seite bestehen kann.
Deine Beziehung ist wie eine Wippe, auf der du und dein Partner sitzen.

Es geht IMMER um dich. Und es geht NIE NUR um dich.

Natürlich, wenn einer der Partner narzisstische Züge hat, könnte man meinen, er zerstöre die Beziehung und seinen Partner. Das ist jedoch nur möglich, weil der Andere responsiv reagiert: Er gibt der Ich-Zentriertheit des Anderen den Raum, den sie braucht um zu wirken.
Ich will damit nicht sagen: Selbst schuld! Du wolltest es ja so!

Ich will damit sagen: Kein Problem ohne beide Seiten.
In schweren Fällen kann die Lösung des Problems auch eine Trennung bedeuten (lies dazu gern hier).

Aber am positiven Ende dieser Logik steht auch: Ja, ich kann meine Beziehung positiv beeinflussen. Ich kann sie nicht allein definieren.
Aber ich kann dem Energiefluss eine neue Schwingung geben.
Wenn du in Liebe auf deinen Partner zugehst, aktivierst du kraftvolle Dynamiken zwischen euch. Und je mehr ihr euch beide eurer Beziehung und euch gegenüber öffnet, umso leuchtender und strahlender wird der Raum zwischen euch.

3 Aspekte

Damit das gelingt, sind 3 Aspekte wichtig:

Da gibt es den Funken eurer Beziehung
Eure Hingabe und Leidenschaft für einander. Keine Beziehung funktioniert ohne diesen Funken. Aber sie kann auch nicht ausschließlich damit wachsen.

Da gibt es das Fundament eurer Beziehung
Das ist der Charakter eines jeden einzelnen von euch, eure Integrität. Wenn ihr sagen könnt: „Du bist mein bester Freund“, ist das ein unerschütterliches Fundament.

Und da ist die Hingabe in eure Beziehung
Das bedeutet, ihr geht das Risiko ein, dass euch diese Partnerschaft etwas kostet. Das ihr keinen ewigen Sicherheitsabstand haltet.

Wenn diese 3 Aspekte da sind, dann kann dieser responsive Raum, den wir Beziehung nennen, wachsen und gedeihen.

Wenn beide sich darauf einlassen.

Dann können beide sagen: Ich gehöre meinem/meiner Geliebten, und mein/e Geliebte/r ist mein!
ZIMZUM!

Shalom, dein Mathias

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.