Achtsamkeit Beziehung und Kommunikation

Wieviel Zeit braucht liebevolle Kommunikation? | 3 Tipps für mehr Nähe im Alltag

Wenn du alle Minuten zusammenrechnest, wie lang am Tag sprichst du eigentlich mit deinem Partner?
Und wenn du alle organisatorischen Gespräche ausklammerst, was bleibt dann übrig?
Wie viel liebevolle Kommunikation findet statt?

Nicht allzu viel oder?

Es ist, besonders als Eltern, nicht leicht, ein Leben als Paar zu führen und echte Nähe zu erleben. Unter 9-10 Stunden Arbeit, Kinderbetreuung und -pflege und haushaltlichen Verpflichtungen geht Verbundenheit und Liebe sehr schnell verloren.

Wie soll da Raum sein, um über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen? Über Sehnsüchte und Zuneigung?

Leider können wir dem Tag nicht einfach eine Stunde hinzufügen, es kann nicht jeden Tag Umstellung auf Winterzeit sein. Aber wir können dafür sorgen, dass die Zeit, die wir haben, erfüllter ist und liebevolle Kommunikation wieder Raum hat.

Stell dir vor, du verabredest dich mit jemanden, aber ihr habt nur 5 Minuten Zeit, miteinander zu sprechen. Leider hast du dem Anderen die falsche Adresse gegeben. Am vereinbarten Zeitpunkt stellt ihr fest: Ihr seid auf der gleichen Straße, aber 500 m voneinander entfernt. Was geschieht nun? Erst einmal muss euch der Fehler auffallen und dann heißt es, schnell zusammen zukommen und die Entfernung zurückzulegen, damit dann wenigstens noch 1-2 Minuten bleiben, um das wichtige Gespräch zu führen.

In der Beziehung ist liebevolle Kommunikation viel einfacher, wenn nicht jeder von uns am anderen Ende der Straße steht. Die Zeit wird zur Quality Time, wenn wir uns sofort nah sind und zum Punkt kommen können, ohne sich erst einmal wieder annähern zu müssen. Wenn wir einander fremd sind, dann ist das aber kaum möglich. Und dann wird die Zeit fehlen, die Partnerschaft gemeinsam zu genießen.

Wie also können wir dafür sorgen, dass wir uns bereits so nah sind, dass wir uns nicht erst immer wieder vertraut werden müssen? Ich möchte dir 3 Werkzeuge an die Hand geben, die dafür sorgen können, dass in der wenigen Zeit zu zweit von Anfang an liebevolle Nähe besteht. Bereit?

1.Begrüßung und Verabschiedung

Wie flüchtig finden bei euch Begrüßung und Verabschiedung statt? Oft rufen wir dem Anderen nur kurz ein paar Worte zu und dann sind wir draußen. Oder wir verschwinden beim Nachhausekommen gleich erstmal auf die Toilette. Dabei kann ein achtsames Ritual beim Kommen und Gehen sehr viel Nähe erzeugen. Im ersten Schritt sollten wir Blickkontakt aufnehmen.

Wir schauen unserem Partner wirklich in die Augen und zeigen ihm so: “Ich sehe dich. Ich bin jetzt ganz da.”

Vielleicht können wir das mit einer zärtlichen Handlung unterstützen. Nimm die Hand deines Partners oder halte ihn im Arm. Und schenke ihm dann ein paar ganz bewusste und liebevolle Worte zum Abschied oder zur Begrüßung.
Es klingt so einfach und verändert so viel!

Der Alltagsstress kann Nähe unmöglich machen
Der Alltagsstress kann Nähe unmöglich machen

2.Gewohnheiten

Wie in allem gewöhnen wir uns auch sehr schnell an das Zusammenleben mit unserem Partner. Bald schon kann es vorkommen, dass wir regelrecht vergessen, dass es etwas Besonderes ist, das Leben mit dem anderen zu teilen. Lassen wir ständig nebenbei den Fernseher laufen, selbst wenn wir mit dem Anderen sprechen? Passen wir auf, am Essenstisch nicht ständig aufzustoßen? Habe ich unter Umständen Gewohnheiten, die dem Anderen unangenehm oder verletzend sein könnten, die aber nicht mehr angesprochen werden, weil sich jeder daran gewöhnt hat?
Es bedeutet ungeheuer viel, wenn du zu deinem Partner gehst und fragst: Sag mal, stört es dich eigentlich, wenn ich immer ….?”

Wenn wir die Automatismen einmal hinterfragen und unseren Partner wieder ganz bewusst als andere Person wahrnehmen, die respektiert sein möchte.

Dann kann ich einmal bewusst darauf achten, bestimmte Dinge zu unterlassen oder zu beachten. Das tut eigentlich nie weh und kann einen großen Unterschied machen.

3.Zärtlichkeiten zwischendurch

Zur schleichenden Gewohnheit in der Beziehung gehört auch, dass Zärtlichkeiten ein jähes Ende finden können. Liebevollen Körperkontakt im Alltag zu pflegen ist mit der Zeit auch eine bewusste Entscheidung. Wenn wir uns aber dafür entscheiden, kann sehr viel Nähe und Achtsamkeit daraus wachsen.
Wir können einfach mal wieder Hand in Hand gehen. Oder im Kino, im Theater oder sogar am Esstisch die Hand des Anderen halten. Es gibt am Tag tausende kleine Möglichkeiten für körperliche oder verbale Zärtlichkeiten. Wann hast du deinem Partner das letzte Mal ein Kompliment gemacht? Wäre es nicht heute mal wieder an der Zeit?
Wichtig ist dabei, dass auch diese liebevollen Gesten nicht zur unbewussten Gewohnheiten werden.

Wenn ich meinen Partner berühre, möchte ich das achtsam und bewusst tun, als eine alltägliche Nachricht: Ich sehe und ich liebe dich.

Das sind 3 ganz einfache Maßnahmen, die aber ungemein dabei helfen, eine konstante Nähe im Alltag zu schaffen und liebevolle Kommunikation ermöglichen. Wenn wir dann einmal 5 Minuten haben, miteinander zu sprechen, dann können wir auch gleich zur Sache kommen: Seien es Dinge die uns freuen, verletzen, traurig oder wütend oder dankbar machen.
Wir sprechen mit einer vertrauten, nahestehenden und liebevollen Person und nicht zu einem Fremden am anderen Ende der Straße.

Dabei wünsche ich euch viel Glück!

Shalom,
Euer Mathias

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