Aggression Beziehung und Kommunikation

Bin ich passiv aggressiv? – Symptome und Ursachen

Aggression hat viele Gesichter. Und sie ist wichtig. Unsere Wut kann uns dienen wie eine rote Signallampe im Auto: Sie weißt uns darauf hin, dass unsere Bedürfnisse nicht erfüllt sind. Etwas in uns möchte uns mitteilen: Schau da mal hin! Da stimmt was nicht!

Dazu gehört, uns abzugrenzen und unsere Bedürfnisse durchzusetzen. Das ist jedoch nicht immer so leicht. Besonders, wenn wir passiv aggressive Wesenszüge aufweisen.

Was ist passiv aggressiv?

Für einen passiv aggressiven Menschen ist es ein Unding, offen zu zeigen, dass er etwas ablehnt. Es wäre eine Zumutung, für sich einzutreten. Er hat Angst vor offenen Konflikten und flieht lieber oder mauert. Wenn etwas von ihm gefordert wird, dann sagt er immer „Ja.“. Denn ein Nein wäre ein Unding, eine Unmöglichkeit. Das würde jedoch bedeuten, ständig die eigenen Grenzen zu übergehen. Die Wahrheit ist jedoch:
Wir können unsere Grenzen nicht unbegrenzt übergehen.
Unsere Wut, also unser Bedürfnis nach Autonomie, kann nicht aufgelöst werden.
Die Wut ist immer noch da.
Und sie findet ein Ventil.

Wie aber kann dieses Ventil aussehen, wo doch offene Aggression oder Ablehnung nicht infrage kommt?
Wir fangen an, zu sabotieren, missgünstig zu handeln, anderen ihr Glück nicht zu gönnen und es ihnen madig zu machen. Uns geht es ja schlechter als allen anderen und unseren Groll darüber lassen wir sie subtil und versteckt spüren.
Wir fangen also an, Absprachen zu vergessen oder solange aufzuschieben, bis der Erfolg unmöglich ist. Wir wählen Worte, die für Außenstehende neutral wirken, aber dafür sorgen, dass unser Opfer einen Stich ins Herz erhält.
Wir verschließen uns.
Wir mauern.
Und für unser Gegenüber entsteht die Hölle, die schon die ganze Zeit in uns herrscht, ohne dass er diese so richtig erfassen oder begründen kann.

passiv aggressive Menschen fühlen sich oft an wie Mauern, an denen man abprallt.

Ursachen für passive Aggression

Aber wie kommen wir eigentlich dazu?
Warum denken wir, ein „Nein.“ wäre nicht angebracht.
Warum treten wir für unsere Bedürfnisse und Grenzen nicht ein?
Warum wählen wir stattdessen den Weg der verdeckten Kriegsführung?

Die Ursachen dafür lassen sich meist zurückführen auf unsere Kleinkindzeit, genauer: Unsere Autonomiephase (oder unpassenderweise: Trotzphase)
Kinder kommen stets an den Punkt, an dem sie ihre Autonomie erforschen und erfahren wollen. Sie lernen: Das bin ich, das sind meine Bedürfnisse und das sind die Anderen. Sie lernen den Umgang mit ihrer eigenen Wut und Aggression, wann und wie diese angebracht und sinnvoll sind und wann nicht.
Leider kommt es vor, dass Eltern und Bezugspersonen mit diesem Verhalten nicht konstruktiv umgehen können.
Da werden Vorwürfe gemacht: „Wie kannst du es wagen…“
Das Kind wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen: „Jetzt fliegst du raus…“
Die Meinungen und Ansichten des Kindes werden negiert: „Es ist nicht dein Recht…“
Noch viel schlimmer kann es sein, wenn das Kind moralisch unter Druck gesetzt wird. Wenn es in eine Überangepasstheit gedrängt wird, weil es sonst Gefahr läuft, seine Eltern, die es ja, auch in den Autonomieversuchen über alles liebt, zu verletzen.
„Mama ist sehr traurig, wenn du das machst.“

Das Ergebnis dieses Umgangs ist: Das Kind lernt, dass es wertlos ist und keine Erlaubnis hat, für sich einzutreten oder sein eigenes Leben zu gestalten. Diese Glaubenssätze behält es sein ganzes Leben und sie schmerzen ungeheuer. Dieser Mensch möchte sie nicht fühlen und wählt eine Schutzstrategie, um sich dagegen zu wehren:

Die Welt ist böse und übergriffig und wenn ich irgendwie überleben möchte, muss ich zu einer verdeckten Kriegsführung greifen: Passive Aggression.

Auswege aus passiver Aggression

Es ist eine traurige Realität, in der passiv aggressive Menschen leben. Nicht nur, dass sie ein quasi nicht vorhandenes Selbstwertgefühl haben, sie fügen auch den Personen, die sie lieben, ungeheure Schmerzen zu. Genau das bestätigt sie wiederum in ihrem Bild von sich und der Welt. Ein Teufelskreis.

Wenn du merkst, dass du passiv aggressiv bist, dann ist es ungeheuer wichtig, dass du dir Hilfe suchst. Es gibt Wege, die grausamen Glaubenssätze in dir aufzulösen und dich, dein inneres Kind und deine Beziehungen zu heilen.
Der erste Schritt wäre:

Erkenne, dass deine Glaubenssätze Lügen sind.

Projektionen des destruktiven Verhaltens deiner Eltern auf dich.

Die Wahrheit sieht so aus:
Du bist ein ungeheuer wertvoller Mensch und auf der Welt gibt es genug Raum für dich und deine Bedürfnisse. Du hast ein Recht dazu, offen für deine Bedürfnisse einzustehen.

Wenn du es schaffst, das zu deiner Wahrheit zu erklären, kann die Heilung beginnen.
Ich wünsche dir und deinem Partner, dass dir das gelingen kann.
Von ganzem Herzen!

Gerne begleite auch ich dich auf diesem Weg. Trag dich hier zu einem kostenfreien Webinar zum Thema Aggression und Wut in der Partnerschaft ein, in dem ich auf das Thema noch einmal detailliert eingehe.

Oder vereinbare ein kostenfreies Schnuppercoaching mit mir, in dem wir uns intensiv mit deiner Problematik auseinandersetzen. Schreib mir einfach eine Nachricht: info@in-den-brunnen.de

Finde deinen Weg zurück zu dir, du bist es wert!

Shalom,
dein Mathias

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