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Mein größter Beziehungs-Irrtum! Und wie ich ihn überwand…

Der Kopf erschafft sich seine eigene Hölle. Es stimmt nicht, dass wir die Welt um uns objektiv wahrnehmen können. Besonders in zwischenmenschlichen Beziehungen ist die Wahrheit ein sehr relativer Begriff und Glaubenssätze ein wichtiger Faktor.

Ich zum Beispiel meinte jahrelang, es gäbe einen “richtigen” Weg, auf meine Frau einzugehen. Und das bedeutete: Ich muss mich zurücknehmen. Ich muss perfekt sein und die richtigen Worte finden. Ich habe mich selbst mit meinem Perfektionsstreben gequält.

Der Schauspieler

Dabei habe ich nicht gemerkt, wie sich der Fokus in vielen Situationen verschoben hatte. Meine Frau und ich haben immer viel geredet. Es war uns beiden wichtig, dass wir Konflikte lösen können, dass jeder Platz in der Beziehung hat. Wenn also meine Frau etwas ansprach, was sie belastete, wollte ich mit allen Mitteln ein gutes Gegenüber sein. Richtig zuhören, die richtigen Antworten finden. Und dabei schaute ich die ganze Zeit nur auf MICH. Wenn man es genau betrachtet, war ich ein Schauspieler, der “den perfekten Ehemann” darstellte. Doch warum eigentlich?

Unsere Glaubenssätze

Unsere Wahrnehmung ist, wie bereits erwähnt nie objektiv. Sie ist geprägt von unseren Glaubenssätzen. Das bedeutet, wir wollen alles, was wir wahrnehmen, einordnen und in ein System bringen. Das ist nur allzu richtig. Leider haben wir aus unserer Kindheit Prägungen mitgenommen, die die Realität in einem sehr verschrobenen Winkel erscheinen lassen. Ich zum Beispiel hatte die Überzeugung: “Ich darf keine Fehler machen”. In diesem Licht betrachtet, war jede Reaktion meiner Mitmenschen auf einen meiner Fehler eine Katastrophe.

Katastrophen

Aus meiner Sicht zerstörte ich mit meiner Fehlbarkeit viele eigentlich schöne Situationen. Erst nach vielen Minuten und Stunden Streit schaffte es meine Frau mir klar zu machen:

Dass du das und das getan hast, war gar nicht das Problem. Dein Verhalten danach war viel, viel schlimmer.

Mit diesem destruktiven Glaubenssatz bin ich in viele Situationen gegangen, in denen es eigentlich um meine Frau ging. Es brauchte einige Zeit, bis ich gemerkt habe: In MIR geht es gerade gar nicht um meine Frau. Ich kreise die ganze Zeit um mich selbst!
Ich schaute ständig auf meine Wirkung, auf meine Worte und Reaktionen. Aus purer Angst, etwas falsch zu machen.

Das innere Kind in den Arm nehmen…

Eine neue Welt

Wie befreiend war dann, als ich mich selbst an die Hand genommen habe. Als ich zu mir sagte: Warum soll es eine Katastrophe sein, wenn du nicht das “Richtige” machst? Du darfst Fehler machen. Weil du ein Mensch bist.
Letztendlich hatte ich verstanden, dass ich nicht hart zu mir sein darf. Dass es nicht nötig ist, mir meine eigene Hölle zu erschaffen. Es war so überwältigend, wie verändert die Welt daraufhin aussah. Alles, was vorher hart und unbarmherzig schien, wurde weich und wunderschön.

Ich habe mein inneres Kind in den Arm genommen und habe ihm ein Zuhause geboten. Mit all seiner Unsicherheit und seinen Zweifeln. Etwas Heilsameres habe ich nie erlebt.
Deshalb ist es mir sehr wichtig auch dir zu sagen: Sei nicht hart zu dir! Überprüfe deine Glaubenssätze! Sei gut zu dir und liebevoll. Du bist wunderbar gemacht. Fang am besten sofort an, daran zu glauben. Denn es ist die Wahrheit!

Shalom,

Euer Mathias

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Robert sagt:

    Ich finde diese Einsicht „Man darf Fehler machen“ einfach super. Viele sagen sich das als Mantra auf, aber verzeihen sich diese Fehler dann doch nicht. Wenn man das aber wirklich tief innerlich begreift, kann das sehr befreiend sein.

    Sehr toll beschrieben in dem Artikel!

    Beste Grüße
    Robert

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