Achtsamkeit Beziehung und Kommunikation

# Achtsame Beziehung – Ein Manifest der Liebe

Beziehung ist eine unübersichtliche Angelegenheit. Zumindest kann es sich so anfühlen, wenn man möchte, dass sie länger währt und vom Verliebtsein in eine wunderbare Liebe hineinwachsen soll.

Muss ich meinen Partner nehmen, wie er/sie ist?
Was sollte ich zugestehen, wo soll ich mich für mich einsetzen?
Hat mein Partner, habe ich ein “Recht auf Sex”?
Wer ist vor allem für die Betreuung der Kinder verantwortlich?
Wieviel Freiraum braucht jeder in der Beziehung?

Die Liste ist lang. Sehr lang.

Als Vater kenne ich viele tolle Bewegungen im Bereich Kindererziehung und Umgang mit den Kleinen. Letzte Woche haben wir zum Beispiel über Attachment Parenting und Selbstaufgabe geschrieben (Link). Wir hatten hier schon einen Gastartikel von Ruth, die ihre Seite ursprünglich “Unerzogen Leben” genannt hat. Es gibt da so viele tolle Begriffe, wenn man ausdrücken will: Ich möchte mein Kind beziehungs- und bedürfnisorientiert aufwachsen lassen.

Aber was ist mit meiner Paarbeziehung?

Wenn ein Freund kommt und fragt: “Wie macht ihr das in eurer Beziehung?” Was antworte ich dann?

“Also, ja es ist schön. Wir versuchen auch immer einander zuzuhören und irgendwie auf den Anderen einzugehen. Und nicht zu abhängig zu sein, und dass wir auch mal was schönes zu zweit machen ………..”

Irgendwie wünsche ich mir einen Begriff, der sofort zusammen fasst, auf welches Fundament von Ansichten und Idealen ich meine Partnerschaft stelle. Etwas, woran ich mich festhalten kann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich weder Ein noch Aus weiß. Von dem ich sagen kann: Davon bin ich überzeugt.

Ich bin davon überzeugt, dass es gut für uns beide ist.
Für unsere Liebe.

Nach langem Überlegen habe ich diesen Begriff für mich gefunden:
ACHTSAME BEZIEHUNG.

Ein Manifest der Liebe

Was sind nun die Thesen/Methoden/Ideale, die zu diesem Konzept gehören?

– Ich lerne mich zu lieben und meinen Partner
– Ich bin für mich, meine Bedürfnisse und Grenzen verantwortlich.
– Ich respektiere die Person, die Bedürfnisse und Grenzen meines Partners
– Ich vertraue mir und meinem Partner
– Ich schenke liebende Güte
– Ich habe Mitgefühl mit mir selbst und meinem Partner
– Ich freue mich an meinem Partner und schenke ihm/ihr Freude
– Ich teile meine Bedürfnisse und Grenzen gewaltfrei mit.

Unsere Beziehung ist ein Ruheort und eine Burg. Wir brauchen beide keine Angst vor Angriffen vom Anderen zu haben.

Dies sind für mich die Grundlagen einer Achtsamen Beziehung.
Es gibt einen wichtigen Unterschied, zu diesem Prinzip der Partnerbeziehung und Erziehungskonzepten im Umgang mit kleinen Kindern. Bei meinen Kindern trage ich die alleinige Verantwortung und bin für die Atmosphäre in der Beziehung verantwortlich. Ich bestimme die Qualität unseres Zusammenlebens.

Könnte das nicht wunderbar sein?

Bei einer Partnerschaft jedoch tragen beide Partner die gleiche Verantwortung. Ich kann es voll und ganz verstehen, dass niemand allein sich diesem Prinzip der Achtsamen Beziehung verpflichten mag. Natürlich kann es dennoch helfen und die Beziehung wird wahrscheinlich daraus sehr gewinnen, wenn ich zum Beispiel anfange, gewaltfrei zu kommunizieren. In vielen Fällen ist das sogar der erste Schritt für wahre Versöhnung.
Auf Dauer jedoch halte ich es für wichtig, dass sich beide Partner der Prinzipien der Achtsamen Beziehung bewusst sind und sich gegenseitig zusichern, dass dies die Basis der Partnerschaft sein soll.

In Vietnam ist ein Spitzname für den Partner “mein Zuhause”.
Es wäre schön, wenn wir in uns selbst und in unserer Partnerschaft ein Zuhause finden. Lasst uns versuchen, das umzusetzen. Ich bin gespannt, ob und wie sich Beziehungen wandeln und voll Liebe und Kraft überströmen.

Ich werde, wenn ich zum Beispiel auf Facebook etwas schreibe, was sich mit diesem Konzept auseinandersetzt, ab jetzt immer den Hashtag #AchtsameBeziehung verwenden. Wenn ihr das auch tut, dann weiß ich und auch manch anderer Leser, auf welcher Basis ihr eure Beziehung aufbaut. Welche Punkte und Fragen es zu diskutieren gilt. Und welche definitiv nicht.

Ich stelle mir das wunderbar vor.

Wunderbar…

Da fällt mir noch etwas ein.

“Lass uns ein Wunder sein. Ein wunderbares Wunder sein.”
(Frei nach Rio Reiser)

Shalom,

Euer Mathias

PS: Ich lade dich herzlich ein, Teil der Facebook-Gruppe zum Thema zu werden. Tausch dich aus, hol dir Unterstützung und diskutiere mit!

Sharing is caring. Wenn dir unsere Beiträge gefallen, teile uns auf:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.