Warum schreiben die immer „Shalom“?

Viele Menschen haben Begrüßungs- und Abschiedsformeln, die sie immer wieder verwenden. Bei IN DEN BRUNNEN ist dies "Shalom". Aber warum eigentlich? Eine Reise in die Geschichte eines ganz besonderen Wortes.

Warum eigentlich beenden wir hier bei IN DEN BRUNNEN nahezu jeden Artikel mit dem kleinen Wort “Shalom”? Was soll das? Gibt es dafür den kein deutsches Wort? Ist das eine neue Art des Denglischen? Also das immer populärer werdende Einbinden fremdsprachiger Wörter in unsere Sprache (nur eben nicht Englisch in diesem Fall)?

Jedes Wort ist eine eigene Welt

Nein. Es gibt tatsächlich kein deutsches Wort, das auszudrücken vermag, welche Bedeutung in “Shalom” liegt. Zumindest ist mir keines eingefallen.

Ich liebe Wörter, besonders ihre Geschichte. Wie sind sie entstanden, wo und unter welchen Umständen? Wie hat sich die Bedeutung eines Wortes über die Menschheitsgeschichte verändert?
Wusstet ihr zum Beispiel, dass das Wort “Morgen” ursprünglich wahrscheinlich “funkeln” oder “blinken” bedeutet? Und der Friedhof heißt nicht so, weil es auf dem Gelände so friedlich zugeht. Der Friedhof wird so genannt, weil er umFRIEDet ist.

Das Wort “Shalom” wird meist mit “Frieden” übersetzt. Daraus entstanden sind die, besonders von Franz von Assisi immer wieder gern verwendeten Grußworte: “Friede sei mit dir!”. Es wäre jedoch zu kurz gefasst, wenn man sich darunter ausschließlich eine politische Bedeutung vorstellt, im Sinne von: Frieden ist die Abwesenheit von Krieg.

Von Propheten und Humanisten

Ich wünsche mit diesem Wort „Shalom“ den Frieden im Sinne der Propheten des alten Testaments der Bibel.
Diese Männer (und Frauen) sind immer wieder in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht und wollten ihren Mitmenschen etwas wichtiges mitteilen. Sie waren davon überzeugt, dass ihnen Gott, oder eine andere Macht den Auftrag gegeben hat, eine Nachricht zu überbringen.
Dabei geht es nicht ausschließlich um religiöse, jenseitige Behauptungen. Die Propheten hatten mehrere Funktionen:

  1. Sie erzählen von dem, der sie gesandt hat: Gott o.ä. Und was dessen Ziel für die Menschen ist.
  2. Sie zeigen die Alternativen auf, die die Menschen bei ihren Handlungen haben und was die Folgen ihrer Handlungen sind. Manchmal werden diese Folgen als Gottes Belohnungen oder Strafen bezeichnet. Es sind jedoch immer logische Konsequenzen aus den Handlungen der Menschen. Sie tragen die Verantwortung.
  3. Sie widersprechen und protestieren, wenn der Weg, den die Menschen einschlagen ins Verderben führt. Dabei lassen sie die Menschen jedoch nicht im Stich.
  4. Es geht ihnen immer um das Gemeinwohl. Sie wollen zeigen, wie gut eine Gesellschaft voller Liebe und Gerechtigkeit für den Einzelnen ist. Sie weisen auf die Verantwortung der Politik hin, diese höheren Ideale zu verfolgen.

Das wichtigste Ziel, das die Propheten immer wieder vermittelt haben ist:

Friede.

Weltweiter Friede – Es wäre ein Fest!

Für sie bedeutet dieses Wort: Der Mensch schafft es, die Kluft zu seinen Mitmenschen und zur Natur zu überwinden. Es geht um aktiv gelebte Humanität, die nur durch eine grundlegende innere Veränderung möglich ist.

Die Aussage ist: Alles, was verbindet, was Trennung und Spaltung überwindet, ist Friede. Dieser Frieden ist ein Zustand, in dem alle Angst, alle Einsamkeit und Entfremdung aufgehoben ist. Der Mensch will dann nicht mehr über Andere und die Natur herrschen. Er ist viel mehr zuhause in der Gemeinschaft und der Natur.
Der Wunsch ist also eine vollkommen ganzheitliche Harmonie.

Wie hier zum Beispiel:

Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleiner Knabe wird sie leiten.
Kuh und Bärin werden zusammen weiden, ihre Jungen beieinanderliegen, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.
Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein kleines Kind wird seine Hand ausstrecken zur Höhle der Natter.
Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land ist voll Erkenntnis des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.
Jesaja 11;6-9

Natürlich ist dieses Bild mehr ein Gleichnis. Aber wie könnte man schöner absoluten Frieden beschreiben?

Was ist nötig für Shalom?

Die innere Veränderung, die notwendig ist, um diese Zeit des Friedens (die “messianische Zeit” mit den Worten der Propheten) zu erschaffen, ist mein persönliches Ziel. Ich bin davon überzeugt, dass diese Veränderung vor allem Innere Heilung und Selbstannahme bedeutet.

Und ich möchte, mit allem was ich IM BRUNNEN tue und schreibe, mir und euch helfen, diese Veränderung zu erreichen. Jeder Artikel hier ist das Ergebnis meiner riesigen Begeisterung, wenn ich wieder etwas herausgefunden habe, was mich ein Stück auf diesem Weg vorangebracht hat. Damit ich und ihr dabei nie das Ziel aus den Augen verlieren, beende ich jeden Artikel mit dem Wort:

SHALOM!

Von ganzem Herzen,
Euer Mathias

  1. Michaela

    Ich durfte durch deinen Artikel bemerken wie sehr ich man schon hinter die Dinge schaue. Einiges von dem was du schreibst konnte ich im Inneren erstaunt abnicken, weil mir die tiefere Bedeutung doch schon bewusst ist.
    Witzigerweise habe ich beim Wort Friedhof immer eine ummauerte Gräberansammlung vor Augen. Interessante Information. Und für mich so spannend wie für dich. Vielen Dank für die Gedanken.

  2. Wundervoll! Danke!!!

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