Adventsspecial III: Leser schreiben IM BRUNNEN

Heute, weil Weihnachten ist, gibt es hier bei uns etwas ganz besonderes. Leser, so wie du, erzählen uns, was ihnen zu Weihnachten und im Advent wichtig ist. Ich freu mich riesig, dass Michaela und Ralf uns an ihren Gedanken teilhaben lassen! Viel Spaß und frohe Weihnachten!

Die Weihnachtsmuffel

von Michaela Kersten

Noch nie sind mir so viele Weihnachtszeit nicht mögende Menschen begegnet wie in diesem Jahr. Sie haben mit dem Weihnachtsmann nichts mehr am Hut und verachten den Konsum und die erzwungenen Familientreffen.

Dabei ist Weihnachten doch so viel mehr, wie ich finde. Weihnachten ist ja auch Gemütlichkeit, Festlichkeit, Heimlichkeit, Weihnachtsduft, Kerzenschein, eine Pause im oftmals hektischen Alltag, Zusammensein mit Lieben die man sonst kaum sehen kann (weil sie zu weit entfernt leben z.B.), leuchtende Kinderaugen, das Erfüllen eines Wunsches außer der Reihe, Weihnachtslieder und das Gefühl der Verbundenheit mit Gott und Jesus, welches sich in diesen Tagen einfach nochmal stärker einstellt. Wenn man es dazu macht.

Für mich gehört das alles dazu und ich versuche mir die Weihnachtszeit so zu gestalten wie sie mir gefällt. Und ich versuche dieses Hochgefühl und all das Schöne an meine Kinder weiterzugeben, auch die Freude auf den Weihnachtsmann. Damit vielleicht auch sie eines Tages merken, dass sie sich den Zauber erhalten konnten bis ins Erwachsenenalter. Und damit sie Lust haben sich IHR Weihnachten zu gestalten, mit all den hoffentlich schönen Erinnerungen. So kommt es dass mir einer dieser “Weihnachtsmuffel” besonders nahe ging.

Ein kleiner Junge, der noch nie an den Weihnachtsmann oder das Christkind oder an Gott glaubte. Der all dieser Zauberei nichts abgewinnen kann und fest überzeugt ist, dass seine Mutter ihm die Geschenke kauft. Er weiß sogar wo. Dieser kleine Junge wäre der richtige Passagier für den Polarexpress, finde ich. Die kleine Hauptperson in dem Film reist zum Nordpol und trifft den Weihnachtsmann, an den er eigentlich nicht mehr glaubt. Er zweifelt sehr, erlebt aber so viele Abenteuer die ihn erstaunen lassen.

Zum Schluss können alle Kinder die Glöckchen des Rentierschlittens hören…er jedoch nicht. Den für ihn gibt es den ja nicht. Er öffnet aber doch sein Herz und seine Fantasie und beginnt wieder zu glauben. Und siehe da: Auch er kann sie hören. Ich wünschte der kleine Junge von dem ich erzählt habe, könnte eine solche Reise unternehmen. Ich wünschte er hätte Zugang zu seiner Fantasie und zum Glauben (an was auch immer) und zu einer aufregenden und geheimnisvollen Zeit- der Weihnachtszeit.

Der Polarexpress ist nur ein Film. Aber ich mag ihn dennoch gern. Er gehört für mich zur Vorweihnachtszeit dazu. Für meine Kinder möchte ich der Polarexpress sein, der sie zum Weihnachtsmann und zu Jesus bringt. Ich kann die Glöckchen der Rentiere noch hören, meine Kinder auch…und Ihr?

Ich bin Michaela, die Schwester von Mathias. Ich lebe mit meinem Mann, meinen 2 Söhnen und meinem Hund in Berlin und arbeite als Ergotherapeutin und manchmal als Lebensberaterin.

Krippen-Installation in Sant Mateu, Spanien

Advent

von Ralf Dempwolf

Der dritte Advent ist fast vergangen, der vierte naht in großen Schritten. Zu dieser Zeit liebe ich es gemütlich mit meinen Lieben eng beieinander zu sein, nicht nur körperlich, eng einandergekuschelt, sondern auch eng im Geiste. Gerne bei einem schönen Film, zum Beispiel: Die Weihnachtsgeschichte, Das letzte Einhorn.

Nun aber eines zur Zeit, Advent; die Zeit des Wartens. Worauf? Jesus erschien uns schon. Worauf warten wir also? Worauf jeder einzelne wartet, weiß ich nicht. Ich warte auf ein Wieder-Erscheinen, auf Gnade, auf Vergebung, auf neue Hoffnung, auf Mutmacher, auf Entschleunigung, auf ganz viele Dinge.

Gnade, dabei denke ich an das Lied „O du fröhliche“. Gnaden bringende Weihnachtszeit, ist ein Teil aus dem Lied, oft gesungen, doch selten darüber nachgedacht, was das bedeutet.

In der Adventszeit wird viel eher Gnade walten gelassen, als in der übrigen Zeit des Jahres.

Selbst ein Mr. Scrooge wird wieder daran erinnert, wie schön es alles sein kann, wenn man über den Tellerrand hinausschaut und vergibt. Selbst wenn man sich verloren hat, kann ein Gebet helfen, ein Blick, der zufällig auf etwas/jemanden gerichtet ist.

Ralf Dempwolf ist eine Kieler Seele. Antigewalttrainer, Vater von 3 Kindern, Besitzer zweier Möpse, eine der treibenden Kräfte hinter dem Kindergottesdienst im Problemviertel Gaarden. Und in meiner Kieler Zeit ein lieber Begleiter.

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