Mit Rucksack unterwegs...

Warum wir mit unseren Kindern ein Work and Travel in Spanien machen!

Wir werden im November Deutschland verlassen. Das Vorhaben ist ein Work and Travel in Spanien, entlang der Mittelmeerküste. Das ist eine Idee, die ihren Keim schon lange in die fruchtbare Erde unserer Köpfe, vielmehr unserer Herzen geschlagen hat. Meine Frau träumt schon seit ihrer Kindheit von einer Weltreise. Ihr liebstes Bild war es, einfach einen Rucksack zu packen und aufzubrechen.
Die Welt sehen. Das ist auch mein Traum. Nein, mein Ziel. Ja, seit einem halben Jahr kann ich das wirklich mein Ziel nennen. Es war eine schwere Geburt, an diesen Punkt zu kommen.

Das „Richtige“ tun…

Die letzten 10 Jahre bestanden vor allem aus einem falschen Glaubenssatz: Wir werden es nicht schaffen, durch die Welt zu reisen. Wir hatten unsere Chance, damals nach der Schule. Aber wir glaubten, um die Stimmen der Anderen ruhig stellen zu können, müssen wir ERSTMAL eine Ausbildung durchziehen. ERSTMAL Voraussetzungen schaffen. Wie sollten wir so eine Reise finanzieren? Als wir 18 waren, offenbarten wir unserer Familie zwei Vorhaben: Wir wollten heiraten und später nach Russland auswandern. Wir haben geheiratet. Wir sind nicht ausgewandert.

Freilich, ausgerechnet Russland war gleich ein etwas kompliziertes Ziel. Leider haben wir und auch unsere Familien nicht gesehen, was dahinter steckte: Der Wunsch unterwegs zu sein und die Hilflosigkeit, nicht zu wissen, wie das umzusetzen sei. Als ich den Plan später für nichtig erklärte, war meine Frau am Boden zerstört. Unsere Familien waren erleichtert. Wir taten das, was uns empfohlen worden war: Ein Studium, eine kleine Wohnung.
Versteht mich nicht falsch. Ich möchte unseren Familien nicht die Schuld zuschieben. Wir kommen aus dem Osten Deutschlands, jenem Teil unseres Landes, der zwei Diktaturen unterworfen war. Zwei Systeme, in denen das Individuum und seine Freiheit nichts galt.

Das Tal der Ahnungslosen

Wir sind im Tal der Ahnungslosen aufgewachsen. So witzig das klingt, inzwischen musste ich einsehen, wie wahr dieser Begriff ist. Wir wussten soviel nicht. Dass es unzählige Menschen gibt, die unterwegs sind. Dass man nicht unbedingt einen Beruf gelernt haben muss, um reisen zu können. Das Geld gar kein Problem ist. Begriffe wie Work and Travel, Wwoofing, Urlaub gegen Hand.
Aber das waren nicht die eigentlichen Gründe, dass wir dieses Unternehmen bisher nicht umgesetzt haben.

Was uns eigentlich aufgehalten hat, waren die Blockaden in unseren Köpfen. Die falschen Glaubenssätze, das mangelnde Selbstvertrauen.
Seit einem halben Jahr nun, wie gesagt, hat dieser Zustand ein Ende. Die Flüge sind gebucht, die Auflösung des Haushaltes hat begonnen. Wir haben Kontakt zu WorknTravel-Stellen aufgenommen. Im November geht es unwiderruflich los.

Bald auf Work and Travel...

„Was wäre, wenn…“

Ich habe in der letzten Zeit eine Sache gelernt:

Wer es wirklich will, findet Wege. Wer es nicht will, findet Gründe.

So vieles ist von unserer Einstellung, von unserem Mindset abhängig. Vielleicht scheitern wir. Vielleicht kehren wir nach Deutschland zurück, weil unsere Pläne nicht funktioniert haben. Aber wir werden es zumindest versucht haben. Wir werden nicht den Rest unseres Lebens mit dem Gedanken des “Was wäre gewesen, wenn…” verbringen. Diese Tatsache ist mir ungemein wichtig geworden. Auch wenn jetzt der große Stress losgeht, alle Zelte abzubrechen. Ich möchte nicht tauschen. Mit niemandem.

Märchen handeln davon, dass man der wird, der man ist.
Wir schreiben gerade unser eigenes Märchen.

Ich werde in diesem Blog hin und wieder von unserem Aufbruch und unserer Reise berichten. Es wird hoffentlich auch Videos geben. Ich hoffe, es wird auch für euch eine spannende Geschichte. Wenn ihr Fragen zu unserem Unternehmen habt, könnt ihr sie gern hier in den Kommentaren oder auf Facebook stellen.

Viele Grüße und Shalom,

Euer Mathias

PS: Schaut euch gern dieses Musikvideo von The Lumineers an, der genau dieses Thema des “Was wäre gewesen, wenn” behandelt. Er ist wunderschön!

  1. Lieber Matthias, toll ich freue mich für Euch. Wir kommen nicht aus dem Tal der Ahnungslosen und haben viel länger gebraucht als ihr um aufzubrechen. Wir sind dann 2013 für einige Monate der Atlantikküste gefolgt mit unseren Kindern und werden im nächsten Jahr Deutschland für länger verlassen. Ich wünsche euch viel Glück und Zeit füreinander.

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