Wider dem Gehorsam!

Das ungehorsame Kind – Eine “Streit”-Schrift

Wir wollen keine artigen Kinder mehr!
Wir wollen keine Kinder mehr, die um uns herumhuschen, um uns von den Augen abzulesen, was wir wollen! Wir wollen keine Kinder mehr, die Andere zurechtweisen, mit furchtbaren Sätzen wie “DAS DÜRFEN WIR NICHT!! HALLOOO! HAST DU GEHÖÖÖÖRT??!!”
Wir wollen keine Kinder mehr, die es toll finden, wenn sie es den Erwachsenen recht machen. Kein “Hab ich das nicht toll gemacht?”.
Wir wollen keine Kinder die man nicht hört und nur sieht. Die artig helfen. Die brav mitmachen. Die lieb sind, weil sie nicht bocken.
Wir wollen keine Kinder, die sich rühmen, wie vernünftig sie schon sind. Wir wollen keine kleinen Erwachsenen.
Hört auf, sie zu bedrohen. Mit Strafen zu unterdrücken. Mit Belohnungen zu locken. Hört auf, ihren Willen zu brechen.
Wir wollen keine entspannenden Kinder.

Wir wollen entspannte Kinder.

Wir wollen, dass wir als Antwort auf unsere Aufforderung zum Zähneputzen ein lautes “Nein!” bekommen!
Wir wollen Kinder, die für ihre Integrität kämpfen. Die wissen, was sie wollen. Die uns mit ihrem starken Willen in den Wahnsinn treiben. Die uns an unsere Grenzen bringen. Wir wollen Kinder, die ihre Freude mit uns teilen. Denen Leistung egal ist. Die mit einem “Das macht man so!” nichts anfangen können. Die ihren weinenden Freunden beistehen. Die richtig Scheiße bauen und am Ende nicht mehr wissen warum.
Wir wollen Kinder, die wollen, dass sich die Erwachsenen bei ihnen entschuldigen, wenn diese ungerecht waren. Die unbequeme Fragen stellen. Wir brauchen ihr Schreien, auf den Boden Schmeißen, ihr Fußstampfen, ihr “Doofe Mama!”, ihr “Blöder Papa!”. Kinder, deren Bäume pink sind, Pferde grün und deren Himmel gelb.
Sie sollen ungehorsam sein, und wild.

Wir müssen dankbar sein, für jeden Konflikt. Für all die Geduld, die unsere Kinder mit uns haben. Für die Grenzen, an die sie uns treiben. Dafür, dass sie so unglaublich anstrengend sind, weil sie den ganzen Tag wahre, unverfälschte und authentische Kommunikation fordern. Wir müssen dankbar sein, dass sie noch nicht resigniert haben und ihre Integrität zugunsten der Kooperation geopfert haben. Dass sie nicht ständig tun, was wir wollen.

Wir brauchen keine entspannenden Kinder. Wir brauchen entspannte Kinder.

Entspannte Kinder sind nicht immer Entspannende Kinder

  1. kollektiv kollinski

    meine Kinder schreien, lachen und weinen, ihre bäume sind pink auch wenn sie von selber vom tisch aufstehen und Hände waschen gehen, weil sie dreckig sind; ich trete mit ihnen gerne in Konflikt, lasse Emotionen zu , muss aber nicht jeden konflikt nehmen, denn auch ich habe grenzen – völlig losgelöst. und entspannte Kinder haben eine Grundhaltung sie sind entspannt – kann man entspannt zornig sein, lachen, tanzen, kreativ sein – und warum darf ich nicht „einen entspannenden tag mit den kindern loben“ – weil das tue ich auch das ist mein recht, als mama

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