Das blaue Licht oder “Bin ich wertvoll?”

Heute soll es endlich mal wieder um Märchen gehen. Wir haben uns auf diesen Seiten in den letzten Wochen vor allem mit Kindern und der Kommunikation mit ihnen beschäftigt. (Hier zum Beispiel). Das werde ich noch oft tun und das nicht nur hier auf DIESEM Blog. Aber dazu ein andermal mehr.

In meinem Beitrag zu meiner eigenen Blogparade, die ich kommenden Montag offiziell beende, habe ich bereits erwähnt, dass mein Lieblingsmärchen “Das Feuerzeug” von Hans Christian Andersen ist. Grimm-”Fans” kennen es unter dem Namen “Das blaue Licht”, Freunde von 1001 Nacht als “Aladin und die Wunderlampe”.

Das Lieblingsmärchen

Warum gefallen uns bestimmte Märchen besonders? Wenn ich Menschen frage, was ihr Lieblingsmärchen ist, bekomme ich ganz unterschiedliche Antworten:

”Märchen? Uff! Die mag ich nicht besonders, weil da immer das hilflose Prinzessinchen vom holden Prinzen gerettet wird.

Die “Damsel in Distress”, wie man das im Englischen nennt, mag das Thema in einigen wenigen Märchen sein. Aber dass es uns so vorkommt, als wäre dies der Inbegriff des typischen Märchens hängt wohl mehr mit Disney-Filmen zusammen, als mit den Originalgeschichten an sich.

Letztendlich findet sich meistens eine Geschichte, die zu begeistern vermag, wie wir auch im Video, das ich unten verlinkt habe, herausfinden können.

Ich lade euch ein, in Ruhe nachzudenken, mit welchem Märchen, oder noch besser, mit welcher Märchengestalt ihr euch besonders identifiziert. Jetzt, gerade, in diesem Moment! Das muss nicht der Held oder die Heldin der Geschichte sein. Vielleicht bist du heute die böse Königin bei Schneewittchen oder das Rumpelstilzchen?
Alles ist erlaubt!
Wir können viel über uns herausfinden, wenn wir uns auf dieses Experiment einlassen.

Das Gold des Soldaten

Ich identifiziere mich meistens mit dem Soldaten aus dem oben bereits erwähnten Märchen und seinen Varianten. Falls ihr euch nicht mehr erinnert:
Der Soldat wurde aus dem Krieg entlassen, ohne Lohn zu bekommen. Da trifft er eine Hexe und gelangt über sie an viel Gold. Das gibt er aus oder verteilt es großzügig unter den Armen. Irgendwann ist er wieder pleite und muss aus seinem schönen Hotelzimmer in eine kleine Kammer ziehen. Von den Freunden, mit denen er zuvor gezecht hat, ist keiner übrig geblieben und alle Pracht ist verschwunden.

Der Soldat und das Feuerzeug
Aus der Verfilmung: Der Soldat beschenkt Kinder (Quelle: rbb)

Diesen Zustand kann ich so gut nachvollziehen:
Ich möchte so gern wertvoll für meine Mitmenschen sein. Das was ich zur Gemeinschaft beizutragen habe (mein Hexen-Gold), soll bereichernd für alle sein und zu einer liebevollen und erfüllten Atmosphäre beitragen.
Es war jedoch oft so, dass ich mich am Ende leer, ausgelaugt und innerlich “pleite” gefühlt habe, weil ich mit den Schätzen, die ich geben kann, völlig falsch umgegangen bin. Ich habe sie verschleudert, um mich selbst davon überzeugen zu können, dass ich etwas wert bin. Ich glaubte, ich gebe Anderen etwas Großartiges, aber das Gold war eigentlich nur Blech, das wertlos klapperte.

Nur scheinbar selbstlos …

Ich gab nicht aus selbstloser Liebe, sondern aus Angst, sonst nichts wert zu sein! Jeder Bitte bin ich nachgekommen und wenn meine Frau meinte, dass etwas auf dem Tisch fehlt, sprang ich sofort auf. In einer Art vorauseilendem Gehorsam. Ich meinte, das wäre schön für sie. Stattdessen hat es sie auf Dauer irritiert und eher gestört. Irgendwann fragte sich mich: “Warum rennst du immer sofort los? Das bezwecke ich gar nicht, wenn ich laut ausspreche, dass etwas nicht auf dem Tisch steht!”
Was ich für einen Schatz hielt, habe ich einfach wie wild um mich geschmissen, ohne, dass es jemand verlangt, oder meinen Mitmenschen genützt hätte.
Genau wie der Soldat im Märchen es mit seinem Gold tat.
Klingt traurig, nicht?
Wie habe ich es geschafft, das zu ändern?
Wo finde ich nun neue Schätze?
Keine Sorge!
Das wollen wir nächste Woche herausfinden!
Bis dahin interessiert mich brennend, was eure Lieblingsmärchen- oder Figuren sind! Vielleicht konnte ich euch ja inspirieren, darüber nachzudenken und auch herauszufinden, warum euch das jeweilige Beispiel so gefällt!

Das würde mich sehr freuen.

Bis bald und Shalom,

Euer Mathias!

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