ICH BIN DA – Teil I

 

Ich bin da

… Diese drei Wörter erscheinen im ersten Augenblick sowohl simpel als auch selbstverständlich. Doch sie können eine ganz besondere Bedeutung für uns haben, weil sie die Kraft haben, uns zurück zu uns selbst zu bringen.
Was meine ich damit?
Im Alltag in dieser Gesellschaft sind wir zwei Prinzipien ausgesetzt: Der Leistung und hinzukommend noch die Effizienz. Wie ich in den letzten Wochen schon ausgeführt habe, wird von uns seit frühester Kindheit täglich sehr viel gefordert. Besonders, wenn ihr klassische Schulen besucht habt, war das erste, was euch vermittelt wurde, viermal am Tag 45 Minuten still zu sitzen. Das stellt eine Forderung dar, die für ein 6 jähriges Kind so ziemlich das abwegigste ist, was man sich vorstellen kann. Dann folgt der nächste Stahlhammer: Benotung. Ich denke, ich muss gar nicht ausführen, was es für Auswirkungen hat, sich einem für Millionen von Menschen einheitlichen Bewertungssystem zu unterwerfen.
Der weitere Verlauf dürfte uns allen klar sein. Was wir letztendlich daraus lernen ist, uns zu vergleichen. Unser Blick wird stets auf Andere gerichtet sein. Ist diese Person schöner als ich? Hat sie mehr Geld? Hat sie im Leben alles richtig gemacht und ich nicht? Warum habe ich nicht diesen Erfolg? Warum habe ich nicht diese glückliche Ehe?
Vielleicht haben wir sogar das Bild, dass unser Leben sich leer anfühlt, unerfüllt und ausgepowert.

Der brennende Dornbusch

Wie kommt jetzt dieser Satz ins Spiel? Dazu entführe ich heute in einen ganz anderen Mythos, als die grimmschen Märchen, der dennoch sehr viel mit ihnen gemeinsam hat.
In der Bibel finden wir im 2. Buch Mose die Geschichte eines jungen Mannes, der eines Tages die Schafe seines Schwiegervaters hütete. Es war eben dieser titelgebende Moses, der, wahrscheinlich ziemlich gelangweilt, mit seinem Hirtenstab in der Wüste stand. Wie vielleicht einige wissen, hörte er dann die Stimme Gottes aus einem brennenden Dornbusch, welcher dabei jedoch nicht verbrannte. Für uns ist das ein Zeichen: Die Worte die jetzt folgen, sind die reine nährende Kraft. Sie spenden Wärme, Licht und Energie und werden uns dabei nicht verzerren.
Moses wird dann nach Ägypten geschickt, das Volk Israel aus der Knechtschaft des Pharaos zu befreien, eine bekannte Geschichte. Doch bevor er den Mut fast, dies in die Tat umzusetzen, fragt Moses, was er den Juden sagen soll, wer ihn geschickt hat. Gott antwortet: “Sag ihnen, der ‘ICH BIN DA’ hat dich geschickt.”

Ich bin DA

Die Kraft, die in diesen Worten steckt ist immens. Denn was bedeutet das denn für uns? Wenn Gott da ist. Immer. Es ist völlig egal ob ihr Christ seid, Buddhist, Atheist, was auch immer. Die Aussage ist für uns alle gültig: Die Kraft der Liebe, die im Kern des Universums steckt, die befreit und alles umschließt, ist immer schon da. Wenn wir uns vor den Spiegel stellen und sagen: ICH BIN DA. ICH BIN DA. ICH BIN DA.
Dann ist er da. Versucht es einmal. Und geht dann einmal in die Stille und schaut, was das mit euch macht.

Ich BIN da

Denn einen Aspekt hat der Name Gottes: Er ist ohne Wertung. Gott ist und wenn wir dem göttlichen Essenz in uns näher kommen möchten, dann sollten auch wir uns von allen Wertungen befreien und einfach nur sein.
Nennt es Gott, das Universum oder gebt ihm einen anderen Begriff: Vergesst nie: Es ist, was es ist und deshalb sollten auch wir erst einmal nur sein. Nichts weiter. Dann öffnen wir die Tür für Annahme, Heilung und Ich-Werdung.

Nächste Woche werden wir den 2. Heilenden Faktor in diesen drei Wörtern betrachten. Bis dahin bleibt mir nur zu sagen:

WIR SIND DA.

Shalom,

Euer Mathias

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