Telegramm: Der Unterschied zwischen Lernen und Lernen

Seit unser großes Kind (7 Jahre) eingeschult worden ist, unterhalten wir uns über Freilernen. Während ich zunächst noch der Meinung war, dass unsere Tochter stark genug ist, um die Schulzeit zu überstehen (und das denke ich auch jetzt noch) hielt meine Frau immer daran fest, dass dieses System, wie es hier in Deutschland praktiziert wird, nicht gut ist für die vernünftige Entwicklung unseres Kindes. Nachdem ich mich im Zuge der Beschäftigung mit der Sundance Family und dem Anschauen des Filmes Alphabet – Angst oder Liebe? (OmU) (Link zur Amazonseite) auch davon überzeugt habe, dass Schule, so wie sie hier in Deutschland stattfindet, die Entwicklung eher ausbremst, als fördert, suchen wir nun Mittel und Wege, mit diesen Erkenntnissen umzugehen.

Was ich hier jedoch erzählen möchte, ist eine kleine Begebenheit aus den letzten Tagen. Es sind gerade Ferien und meine Tochter ist zuhause. In den Monaten zuvor war zu beobachten, dass sie sich schwer tat mit den Hausaufgaben. Nicht, weil sie sie nicht begreifen oder lösen könnte, sondern weil sie dazu aufgefordert war, Tätigkeiten durchzuführen, die nicht ihrem derzeitigen Interesse entsprachen. 10 Zeilen B in groß und klein schreiben, oder Umwege beim Rechnen gehen, die für sie eher verwirrend als hilfreich sind. Teilweise ist jede Minute, jede Zeile und jede Aufgabe eine Qual und wenn ich mich an die Vorstellungen von Erziehung aus meiner Kindheit erinnere, höre ich schon die innere Stimme, die behauptet: Das Kind ist faul. Es muss sich mal überwinden …

Neulich nun war ihr langweilig und sie hatte auf einmal einen Einfall: Sie wollte den Refrain ihres derzeitigen Lieblingsliedes aufschreiben. Und zwar den ganzen. Koste es was es wolle. Also fing dieses Kind an, das sonst nur unter größten Qualen ein paar Worte schreibt, und füllte eine ganze A4 Seite mit den Wörtern, die sie gerade im Herzen hatte und die sie bewegten. Man beachte, dass sie nichts anderes tat, als das, was in diesem Zeitraum von der Schule und ihrem System von dem Kind verlangt wurde. Sie tat es aber eben auf ihre Weise, zur für sie rechten Zeit.

Na, kann es jemand lesen?

Dieser fast winzige Unterschied macht soviel aus. Es ist wie Tag und Nacht. Und es bestärkt mich in dem Gefühl, dass sich etwas ändern muss. Ich will, dass mein Kind sich entfalten und entwickeln kann, zu der Person, die es sein will und die in ihr angelegt ist. Für mich war es ein langer Weg, überhaupt wieder eine Ahnung zu haben und einen Schimmer davon zu sehen, wer sich die ganze Zeit in mir verbirgt. Wer sich da seit einiger Zeit wieder traut, einige Worte zu verlieren und mit mir zu kommunizieren.

Lasst uns dafür kämpfen, dass unsere Kinder frei lernen können. Im Homeschooling, Free Learning, an Freien Schulen, was auch immer. Aber auf jeden Fall auf die Art, die sie brauchen, um zu den Menschen zu reifen, die diese Welt verändern können.

Ach ja, wer wissen möchte, was das für ein Lied ist, das meine Tochter gerade so inspiriert: Das verrate ich bald auf unserer Facebookseite. Aber jetzt sollt ihr noch ein wenig raten und entziffern!

Bis bald!

Mathias.

  1. Leb deinen Traum von Digimon. Voll süß <3

    • idb-mathi

      Der Kandidat hat 100 Punkte! Für alle anderen: der Link zum Song ist auf der Facebook Seite vom Brunnen! Schönes Lied!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: