Telegramm: „wenn ich sitze, sitze ich …“

Das Telegramm soll, ebenfalls in unregelmäßiger Folge, ein kleiner Gedanke sein, der mir im Alltag kam und den ich gern hier teilen möchte, wenn es geht mit der Aufforderung, eure Meinung und Erfahrung hier, oder in der In-den-Brunnen-Facebook-Gruppe zu teilen. Los geht’s:


Heute morgen bin ich viel zu früh aufgewacht. Normalerweise klingelt mein Wecker 5:30 Uhr, damit ich 6:00 Uhr im Bus sitze. Als ich jedoch auf die Uhr schaute, war es 5:00 Uhr und ich war putzmunter. Mir kam der Gedanke, dass ich definitiv, für die 20 Minuten, nicht mehr einschlafen würde und überlegte, was ich tun könne. Die erste Idee „Mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren“ verwarf ich, obwohl ich das eigentlich gern tue, weil ich gern im Bus an diesem neu gestarteten Blog arbeiten wollte. Also entschied ich mich, eine Viertel-Stunde früher zur Bushaltestelle zu gehen.

Aufgrund dessen saß ich rund 15 Minuten am Bahnhof, wartend auf den nächsten Bus, und sah mir die Menschen an. Als ich einmal in mich hineinhorchte, bemerkte ich, wie lang es dauerte, bis sich mein Herzschlag runterpegelte. Bis ich endlich im Augenblick angekommen war. Doch als dies geschafft war, hatte ich das Gefühl, ich nehme das erste Mal die Welt und die vorbeiströmenden Arbeitsgänger bewusst wahr. Es fühlte sich beeindruckend an, wie ruhig und bereit für den Tag ich schließlich in den Bus stieg.

Ich bin ein Mensch, dem es schwer fällt, im Moment zu leben. Das Gedankenkarussell dreht sich und der „Plappermann“ im Kopf quackt laut und dauernd. So bin ich in Gedanken immer schon beim nächsten und so oft gehetzt und unruhig. Vergesslichkeit, Müdigkeit und Unbehagen sind die Folge.

Heute war es schön, durch mein verfrühtes Aufwachen eingeladen worden zu sein, aus der Zeit zu fallen. Nicht von Haltestelle zu Haltestelle zu Arbeitsplatz nach Hause zu hetzen, sondern eine Glocke der Achtsamkeit zum Klingen zu bringen, die mich wieder etwas erdet und zurück bringt ins Jetzt.

Kennt ihr solche Augenblicke? Habt ihr kleine Glocken der Achtsamkeit, die euch im Alltag helfen, in den Moment zurückzukehren oder gar aus der Zeit zu fallen?

Zum Abschluss noch ein Lied von Gerhard Schöne, das genau dies zum Thema hat und es schön auf den Punkt bringt.

„Wenn ich laufe, laufe ich… “

  1. Ja, wenn etwas in der Natur meine Aufmerksamkeit fängt. Dann kehre ich manchmal ins Hier und Jetzt zurück.

    • idb-mathi

      Gerade habe ich in meiner Mittagspause draußen gesessen, im Grünen und den Vögeln gelauscht 🙂

      • Ich sitze auf dem Balkon und beobachte die Meisen, die sich darüber empören, dass ich hier sitze. Eigentlich müsste ich… ?
        Ich glaube man gönnt sich tatsächlich viel zu selten solche Momente… Dabei sollten sie alltäglich und kein Luxus sein.

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